Schuhe-Ratgeber

Alles über Schuhe

Was Sie schon immer wissen wollten, nur nie zu fragen wagten
Inhalt

1. In Schuhen durch die Zeitgeschichte 1
1.1. Am Anfang war der Fuß 1
1.2. 5.300 Jahre alte Ötzi-Schuhe 2
1.3. Schuhe als Statussymbol 2
2. Berufe rund um den Schuh 3
2.1. Schuhmacher/in 3
2.2. Schuhfertiger/in 5
2.3. Orthopädieschuhtechniker/in 6
2.4. Schuhdesigner/in 6
2.5. Schuh-Fachverkäufer/in 7
2.6. Schuh-Model 7
3. Die Anatomie des Schuhs 8
4. Von Ankle Boots bis Zehentrenner – das Lexikon der Schuhe 10
4.1. Die Welt der Stiefel 10
4.2. Die Welt der Absatzschuhe 11
4.3. Die Welt der Flachschuhe 13
4.4. Die Welt der Sommerschuhe 14
5. Witzige Anekdoten aus aller Welt 15
6. Der teuerste Schuh aller Zeiten 17
7. Tierisch vegane Schuhe 20
8. Für jeden Sport der richtige Schuh 22
8.1. Grundsätzliche Anforderungen 22
8.2. Tipps und Tricks für den Sportschuh-Kauf 23
8.3. Supination, Pronation und andere Fußprobleme 24
9. Wertvolle Tipps für die optimale Schuhpflege 25
10. Buchtipps 28
Quellen 29

1. In Schuhen durch die Zeitgeschichte

1.1. Am Anfang war der Fuß

Spitze Stacheln, scharfkantige Steine, eiskalter Schnee – mit nackten Füßen durch das Leben zu laufen, konnte schon vor Tausenden von Jahren mehr als unangenehm sein. Auf der Jagd oder auch auf der Suche nach Beeren und Früchten konnte sich der Urzeit-Mensch recht schnell am Fuß verletzen – er wurde so zu einem leichten Opfer wilder Tiere oder zog sich eine Blutvergiftung zu, die das Leben ebenfalls schnell verkürzte. Es galt also schon in unserer frühesten Vergangenheit, eine Lösung für das Barfuß-Problem zu finden.

Alte Höhlenzeichnungen belegen, dass die ersten „Schuhe“ aus Blättern, Gräsern oder Tierhäuten bestanden, welche wie Lappen um die Füße gewickelt wurden. So schützten Sie die nackten Füße immerhin vor Nässe, Kälte und natürlich auch Hitze. Der Nachteil: Die verwendeten Materialien verrotteten und wurden infolgedessen sehr schnell unbrauchbar. Überreste solcher Schuhe sind heute kaum zu finden – abgesehen von einem Paar Sandalen, die vor unglaublichen 9.000 Jahren aus Pflanzen hergestellt wurden! Sie gelten heute als das älteste, noch existierende Paar derartiger Urzeit-Schuhe.

1.2. 5.300 Jahre alte Ötzi-Schuhe

Das Jahr 1991 war ein ganz besonderes Jahr: Zu diesem Zeitpunkt wurde nämlich die weltweit bekannte Gletscher-Mumie mit der liebevollen Bezeichnung „Ötzi“ gefunden. Die Mumie muss rund 5.000 Jahre in dem Gletscher der Alpen eingefroren gewesen sein – und ist folglich entsprechend gut konserviert. Ihr Zustand ist sogar so gut erhalten, dass Forscher auch ihre Schuhe genauer unter die Lupe nehmen konnten:

Die Ötzi-Schuhe bestanden hauptsächlich aus dem Fell eines Bären und eines Hirschs. Dieses Fell wurde durch kunstvoll verknüpfte Bänder zusammengehalten. Auch für den Komfort war gesorgt: Die Schuhe waren von innen mit Gräsern „gefüttert“, damit sie durch den Schnee nicht allzu schnell durchnässt wurden und für kalte Füße sorgten. Damit war also auch die „Einlegesohle“ geboren.

1.3. Schuhe als Statussymbol

Schuhe galten als schützende und durchaus sinnvolle Bekleidung menschlicher Füße – doch eines Tages wuchs der Wunsch heran, dass diese Schuhe auch eine Botschaft über ihren Träger nach außen verbreiten sollten. Bestes Beispiel: die sogenannten „Schnabelschuhe“ aus dem Mittelalter. Sie zeichneten sich durch eine sehr lange Spitze aus, die nach oben gebogen wurde und so an den Schnabel eines Vogels erinnerte. Als Faustregel galt: Je länger dieser Schnabel, umso reicher der Besitzer. Legenden zufolge soll es Schnabelschuhe gegeben haben, deren Schnäbel bis zur Hüfte ihrer Träger reichten. Um nicht zu stolpern mussten diese Schnäbel sogar am Gürtel befestigt werden.

Weitere, sehr auffällige Schuhe brachte des 18. Jahrhundert hervor: Nun waren es die Absätze adliger Damen, die sie von der Schicht armer Bauern unterscheiden sollten. Die Absätze waren so hoch, dass es nicht nur unpraktisch, sondern fast unmöglich war, die Schuhe zu tragen – nur mit Spazierstöcken konnten sich die feinen Damen überhaupt auf den Beinen halten. Undenkbar für das einfache Volk – schon aus praktischen Gründen. Es galt also: Je höher der Absatz, umso mehr Ansehen genoss die Trägerin.

Schuhe als Massenware – das gab es erst im 19. Jahrhundert. Fabriken begannen, große Mengen unterschiedlichster Schuhe herzustellen. Heute gibt es schier unzählige Variationen, z. B.

✧ Ballerinas
✧ Flip-Flops
✧ Gummistiefel
✧ Hausschuhe
✧ Holzschuhe
✧ Mokassins
✧ Norweger
✧ Pumps
✧ Römersandalen
✧ Sandaletten
✧ Sportschuhe
✧ Stiefel
✧ Stiefeletten
✧ Turnschuhe
✧ Wanderstiefel
✧ und so viele mehr …

2. Berufe rund um den Schuh

2.1. Schuhmacher/in

Zunächst: Der Begriff des Schuhmachers ist identisch mit dem ebenfalls recht geläufigen „Schuster“. Während es sich bei dem Schuhmacher um die offizielle Berufsbezeichnung handelt, entspringt das Wort Schuster dem althochdeutschen „Sutari“ und damit aus dem lateinischen Wort „sutor“ für „Näher“. In der Zeit des Mittelalters war der Schuhmacher folglich auch als „Sauter“ bekannt – ein Begriff, der heute nicht mehr verwendet wird.

Etwa 500 Jahre v. Chr. trennte sich der Beruf des Schuhmachers – oder eben Schusters – von dem des Gerbers. In der altgriechischen Sprache wurde der Schuster als „Lederarbeiter“ oder auch „Lederschneider“ bezeichnet, was auf die Fußbekleidung der Römer zurückzuführen ist: Schuhe entstanden damals durch das Zusammennähen von Schaft und Boden sowie der einzelnen Schaftteile. Der römische Schuhmacher war rangmäßig über dem Sandalenmacher (sandalarius) angesiedelt. Des Weiteren existierten Flickschuster (sutor cerdo), die getragene Schuhe wieder ausbesserten, und Altmacher, die abgenutzte Schuhe ankauften, ausbesserten und schließlich wieder verkauften.

Im 17. Jahrhundert bekam das Verb „schustern“ einen etwas kuriosen Beigeschmack: Es bedeutete „pfuschen“ oder „eine Pfuscharbeit leisten“. Ein Jahrhundert später entwickelte sich außerdem auch der Begriff „zuschustern“, was so viel wie „jemandem etwas heimlich zukommen lassen“ bedeutete.

Zu den Aufgaben eines traditionellen Schuhmachers gehör(t)en:

✔ Schuhherstellung
✔ Schuhreparaturen
✔ Hochglanzpolituren
✔ Erstellung eines Antikfinishs
✔ Fleckenentfernungen
✔ Umfärbungen
✔ Beratung in Bezug auf die Schuh- bzw. Lederpflege
✔ Beratung in Bezug auf Furnituren und Passform
✔ Schuhverkauf
✔ ggf. auch Täschner- und Sattlerarbeiten

Interessant ist auch das Handwerkszeug eines Schusters, denn seine Werkzeuge haben sich in all den vergangenen Jahrhunderten kaum verändert. Allein einige rationell funktionierende Maschinen wurden ergänzt, d. h. während der Schuster die Sohle früher mit einem Klopfstein oder dem Schusterhammer anklopfte, übernimmt diese Aufgabe heute eine pneumatische Presse. Zu den Werkzeugen zählen also beispielsweise:

✎ eine pneumatische Presse
✎ eine Steppmaschine für den Schuhschaft
✎ ein Hammer für Klopfarbeiten
✎ eine Beißzange, um Zwicknägel herauszuziehen
✎ eine breite Zwickzange, um den Schaft über den Leisten zu ziehen
✎ eine schmale Zwickzange bzw. Faltenzange, um die Oberlederfalten an Ferse und Spitze zu verteilen
✎ ein Kneipmesser, um Sohlen und Absätze zu beschneiden
✎ ein Wetzstein, um das Kneip zu schärfen
✎ einen Wetzstahl, um nachzuschärfen
✎ eine Raspel ggf. mit Sandpapier umwickelt, um Sohlen und Absätze zu bearbeiten
✎ einen Täcksheber, um Nägel herauszuziehen
✎ einen Spitzknochen
✎ einen Rissöffner, um den Schnitt in der Sohle freizulegen
✎ einen Risskratzer, um den Schnitt tieferzulegen
✎ eine Querahle, um Bodennahtlöcher vorzustechen
✎ Schweins- und Stahlborsten, die als Nähnadeln dienten
✎ einen Aufrauer, um die Klebeflächen vorzubereiten
✎ ein Randmesser, um die Sohlenkanten zu entgraten bzw. abzulassen
✎ eine Rundahle, um Löcher für die Holznägel vorzustechen
✎ ein Glasscherbe oder eine Ziehklinge, um den Ledernarben zu entfernen
✎ ein Putzholz, um die Sohlenkanten anzudrücken
✎ ein Schuhmachereisen
✎ einen Leistenhaken, um den Leisten aus dem Schuh zu entfernen
✎ sowie weitere Werkzeuge, z. B. um die Schuhe auszuputzen

In früheren Zeiten galt der Beruf des Schuhmachers als beliebtes und sehr stark verbreitetes Handwerk, was mit Beginn der maschinellen Schuhproduktion im Jahre 1870 stark zurückging. Handgearbeitete Schuhe werden zwar auch heute noch angefertigt, jedoch sehr selten, was mit dem großen Zeitaufwand zu tun hat: Ein handgefertigter Schuh benötigt rund 30 bis 40 Stunden in der manuellen Produktion. Die meisten Schuhmacher sind in unserer Zeit eher in Reparaturbetrieben anzutreffen.

Doch auch der moderne Schuhmacher darf sich modernen Herausforderungen stellen: So hat zum Beispiel die Materialvielfalt sehr stark zugenommen. Dominierten einst Gummi und Leder, so kommen heute unterschiedlichste Kunststoffe hinzu. Hier sind gute Kenntnisse in Bezug auf die Eigenschaften der verschiedenen Materialarten gefragt, außerdem muss der Schuhmacher die passenden Klebstoffe wie auch Klebetechniken kennen und beherrschen.

Wer sich heute für eine Ausbildung zum Schuhmacher entscheidet, der muss eine dreijährige Ausbildung machen, die mit der Fachhochschulreife oder einem höherwertigen Abschluss auf zweieinhalb Jahre verkürzt werden kann. Bestandteil der Gesellenprüfung ist unter anderem auch die manuelle Anfertigung eines Schuhpaars; da allerdings die meisten modernen Schuhe aus der Massenproduktion stammen, besteht die Hauptaufgabe in der Reparatur und weniger in der Herstellung.

Dieser Wandelt stellt das Schuhmacherhandwerk vor schwierige Herausforderungen: Mindere Qualität, sinkende Preise und zudem auch die in Deutschland eingeführte Zulassung von Nicht-Meistern zum Handwerksberuf sorgen für nach und nach verschwindende Meisterbetriebe. Eine Qualifikation für den Beruf des Schuhmachers ist heute nicht mehr notwendig, die Eintragung in die Handwerksrolle genügt. Schnellreparatur-Services übernehmen die Marktführung und zwingen Schuhmacher dazu, auf berufsfremde Tätigkeiten wie das Anfertigen von Schildern oder auch das Nachmachen von Schlüsseln auszuweichen. Kaum verwunderlich, dass die Schuhmacher-Innung über einen zunehmenden Schwund an Mitgliedern klagt.

Der Zentralverband des deutschen Handwerks gibt an, dass aktuell rund 2.500 Betriebe in die Handwerksrolle eingetragen sind, insgesamt etwa 75 Auszubildende beschäftigt und 35 Meisterprüfungen abgenommen wurden.

2.2. Schuhfertiger/in

Der Beruf des Schuhfertigers zählt zu den Berufssparten, die sich aus dem klassischen Schuhmacher bzw. Schuster herausgebildet und weiterentwickelt haben. Der Schwerpunkt liegt hier in der industriellen Fertigung von allen nur erdenklichen Schuhvariationen aus Leder, synthetischen Materialien, Werk- und Hilfsstoffen.

Zu den Aufgaben der Schuhfertiger zählen:

✔ Auswahl der Materialien
✔ Ausschneiden bzw. Ausstanzen der Schaft- und Bodenteile
✔ Ausrichten der Schaftteile
✔ Zusammensetzung der Einzelteile

Schuhfertiger stellen alle möglichen Arten an Schuhen her:

✧ Damenschuhe
✧ Herrenschuhe
✧ Kinderschuhe
✧ Bergschuhe
✧ Wanderschuhe
✧ Reitstiefel
✧ Sicherheitsschuhe

Sollen diese massenangefertigten Schuhe gewisse optische Ansprüche erfüllen, so werden ggf. entsprechende Ziernähte angebracht, ehe sie in den Verkauf bzw. Versand übergeben werden. So oder so steht für den Schuhfertiger grundsätzlich die industrielle Produktion von Schuhe im Vordergrund – im Gegensatz zu dem klassischen Schuhmacher.

2.3. Orthopädieschuhtechniker/in

Der Orthopädieschuhmacher findet sich in den medizinisch-technischen Handwerksberufen wieder und entspringt ebenfalls dem klassischen Beruf des Schuhmachers. Der Fokus liegt hier allerdings im Gesundheitshandwerk, d. h. zu den typischen Aufgaben eines Orthopädieschuhmachers zählen sämtliche schuhtechnischen Maßnahmen mit dem Ziel der Erhaltung, der Förderung und auch der Wiederherstellung der Fußgesundheit – z. B.:

✔ kleine bzw. individuelle Änderungen an Konfektionsschuhen
✔ Schuheinlagen
✔ Anfertigung orthopädischer Maßschuhe
✔ Anfertigung komplexer Orthesen
✔ problemlösende Beratungen in Bezug auf prophylaktische und akute Schuh- bzw. Fußproblemen

Hier zeigt sich also erneut ein großer Unterschied zum ursprünglichen Schuhmacher – auch wenn beide Berufsgruppen manuell statt industriell tätig sind: Der Schuhmacher beschäftigt sich hauptsächlich mit der Herstellung – bzw. heute vielmehr der Reparatur – von Konfektionsschuhen. Der Orthopädieschuhtechniker hingegen fertigt individuelle Orthopädieschuhe an. Er baut Konfektionsschuhe um, er passt sie zum Beispiel an die besonderen Bedürfnisse und Anforderungen eines Diabetikers an. Er fertigt Einlagen an, um Fehlformen des Fußes auszugleichen. Er entlastet bestimmte Bereiche des Fußes durch maßgeschneiderte Polsterungen. Selbst die medizinische Fußpflege nimmt einen kleinen Teil dieses sehr speziellen Berufsbildes für sich in Anspruch!

Es kostet etwa dreieinhalb Jahre, um die Ausbildung zum Orthopädieschuhmacher in Deutschland abzuschließen. Zusätzlich ist nach erfolgreich abgelegter Gesellenprüfung auch eine Weiterbildung zum Orthopädieschuhmacher-Meister möglich – diese Weiterbildung wird in der Regel in Vollzeit über sechs Monate an einer qualifizierten Meisterschule durchgeführt. Besonders ambitionierte Orthopädieschuhtechniker können auch ein Fachhochschulstudium durchführen, um sich zum Diplom-Ingenieur weiterzubilden.

2.4. Schuhdesigner/in

Der Weg zum Schuhdesigner führt in der Regel über eine Ausbildung zum staatlich geprüften Schuhtechniker – Adi Dassler, der Gründer von adidas, zählt beispielsweise zu jenen Absolventen. Die beruflichen Perspektiven sind zudem recht vielversprechend: Erfolgreiche Schuhtechniker sind in der Schuhindustrie heiß begehrt und viele erhalten noch vor dem Abschluss der Ausbildung einen Vertrag als Schuhdesigner namhafter Markenhäuser.

Hilfreich ist eine fachspezifische Vorbildung, z. B. als Schuhmacher, Lederwaren-Stepper oder Orthopädieschuhtechniker. Eine solche Vorbildung erleichtert den Weg zum Traumjob des Schuhdesigners – auch diverse Praktika bei großen Produzenten öffnen viele Türen. Der Unterricht zum Schuhdesigner erfolgt häufig in Projektform, d. h. die Studierenden erarbeiten selbstständige Lösungen und entwickeln markt- und markengerechte Modelle. Zu ihren künftigen Aufgaben zählen:

✔ Besuch von Messeveranstaltungen
✔ eigene Vorführungen auf Messeveranstaltungen
✔ Teilnahme an Wettbewerben
✔ Erforschung neuester Trends im Schuhdesign
✔ Analyse erfolgreicher Schuhmodelle
✔ Gestaltung einer eigenen Kollektion

Zu den Abschlussarbeiten gehören der komplett eigenständige Entwurf sowie die Herstellung von drei unterschiedlichen Schuhmodellen, z. B. Stiefel, Pumps und Sneaker. Einzige Voraussetzungen:

✧ Die Schuhe müssen tragbar sein.
✧ Die Schuhe sollen eine möglichst breite Zielgruppe ansprechen.
✧ Die Schuhe werden zu einem relativ günstigen Preis verkauft.

Die Deutsche Schuhfachschule (DSF) ist eine beliebte Anlaufstelle für angehende Schuhdesigner. Sie bereitet Nachwuchskräfte aus Handwerk bzw. Industrie auf eine erfolgreiche Karriere im Schuhdesign oder aber im technischen Management vor. In einer zweijährigen Ausbildung gestalten die Studierenden mehrere Kollektionen hochwertiger Schuhe. Sie konstruieren die entsprechenden Schnitte entweder von Hand oder per Computer und setzen die Designs in spezifischen Werkstätten in tragbare Schuhmodelle um. Die meisten Absolventen träumen von einem kreativen Arbeitsfeld und tatsächlich stehen die Türen weit offen: Die deutsche Schuhfachschule hat bereits große Namen hervorgebracht.

2.5. Schuh-Fachverkäufer/in

Zu den Kernaufgaben eines/einer Schuh-Fachverkäufer/in gehören sowohl die Präsentation als auch der Verkauf von Schuhen aller Art: Damenschuhe, Herrenschuhe und Kinderschuhe. Freizeitschuhe, Pumps und Stiefel. Sandalen, Wanderstiefel, High Heels und viele mehr. Schuh-Fachverkäufer behalten einen Überblick über den aktuellen Warenbestand, bestellen Ware nach und beraten den Kunden. In erster Linie sind sie beschäftigt …

➧ in Schuhgeschäften
➧ in Sportschuh-Fachgeschäften
➧ in Fachgeschäften für orthopädische Schuhe
➧ in Kaufhäusern, die über eine eigene Schuhwarenabteilung verfügen
➧ im Versandhandel
➧ etc.

Das Gehalt der Schuh-Fachverkäufer hängt vom jeweiligen Verantwortungsbereich und natürlich auch von der Größe des Arbeitgebers ab – in der Regel liegt es zwischen 15.000,00 € p.a. und 26.000,00 € p.a. für eine Beschäftigung in Vollzeit. Daneben bleibt natürlich zusätzlich auch die Möglichkeit, sich mit einem eigenen Schuhgeschäft selbstständig zu machen.

2.6. Schuh-Model

In regelmäßigen Abständen begeben sich namhafte Schuhproduzenten auf die Suche nach Models und Darstellern, die sich dazu bereit erklären, die kommende Kollektion der Schuhmarke zu präsentieren. In diesem Rahmen werden z. B.

✔ Fotoreihen
✔ Moodvideos
✔ etc.

produziert – in der Regel werden hierfür auch bekannte Fotographen und Videographen verpflichtet. Ein solches Shooting von etwa fünf bis sechs Stunden wird mit etwa 500,00 € honoriert (Reise- und Unterkunftskosten evtl. nicht inbegriffen), natürlich gilt: Je bekannter das Model, desto höher das Honorar. Im Gegenzug überlässt das Schuh-Model dem Produzenten

✔ die Rechte an einer zuvor festgelegten Anzahl an Ganzkörper-Aufnahmen
✔ Nutzungsrechte für die Video-Footages
✔ die Rechte an Nahaufnahmen der Schuhe an den Füßen des Models
✔ etc.

Auf Anfrage erhält das Model manchmal auch ansprechendes Referenzmaterial für Sedcard bzw. Showreel.

Gesucht wird nach weiblichen wie auch männlichen Models bzw. Darstellern im Alter von plus/minus 30 Jahren. Beliebt sind Individualisten, unangepasste Menschen, die Spaß an der Mode haben und gerne mit Schuhen experimentieren. Auch die Schuhgröße spielt eine wichtige Rolle bei der Auswahl der Schuh-Models. Als Faustregel gilt: Frauen sollten eine Schuhgröße zwischen fünf und sieben haben, bei Männern ist eine Schuhgröße von sieben bis zehn gefragt.

Zu den bekanntesten und mit hoher Wahrscheinlichkeit am besten bezahltesten Schuh-Models der Welt zählt sicherlich Supermodel Cindy Crawford, die nicht nur für Deichmann Werbung machte, sondern auch eine eigene Schuh-Kollektion entwarf: die „Cindy Crawford Collection by 5th Avenue“ – 5th Avenue ist eine Eigenmarke aus dem Hause Deichmann. In einem Interview gestand sie ihre Leidenschaft für modische Schuhe, wobei sie auch günstigeren Produkten Aufmerksamkeit schenkt. Die Werbekampagne mit dem bekannten Supermodel in der „Hauptrolle“ umfasste unter anderem auch einen Fernsehspot, welcher in der Weltmetropole New York gedreht wurde.

3. Die Anatomie des Schuhs

Für die meisten Schuhfans besteht ein Schuh höchstens aus Leder, Sohle und natürlich noch dem Absatz. Doch damit werden wir der Anatomie eines Schuhs noch lange nicht gerecht – ihr Aufbau ist wesentlich komplizierter und damit spannender. Schauen wir uns die einzelnen Bestandteile eines typischen Schuhs doch mal genauer an – in alphabetischer Reihenfolge:

❃ Absatzflecke

Aus dem Bodenleder, in der Regel dem Halsstück von minderer Qualität, wird der Absatz aufgebaut.

❃ Brandsohle

Hierbei handelt es sich um eine Sohle, die abhängig von dem anzufertigenden Schuhwerk 2 bis 4 mm dick sein kann. Sie schenkt dem Schuh seine Festigkeit und möglichst lange Lebensdauer.

❃ Decksohle

Im Inneren des Schuhs überdeckt die Decksohle die ➜ Brandsohle – entweder zu zwei Dritteln oder sogar vollständig. Oft ist sie mit Pflegetipps oder der Schuhgröße beschriftet, in den meisten Fällen weist sie den Namen des Herstellers aus. Das Leder kann entweder natur- oder aber chromgegerbt sein.

❃ Futter

Das Leder im Inneren des Schuhs muss auf den direkten Kontakt mit dem Fuß vorbereitet sein, d. h. es sollte Schweiß sowohl aufnehmen als auch abgeben können. Aus diesem Grund wird der Schuh zumeist mit loh- oder naturgegerbtem Leder ausgekleidet.

❃ Gelenkfeder

Gelenkfedern kommen in sehr unterschiedlichen Ausführungen daher – je nachdem, welchen Zweck der Schuh verfolgt: Handelt es sich um einen Damenschuh mit hohen Absätzen, so besteht die Gelenkfeder in der Regel aus Stahl, um die Stabilität zu erhöhen. Bei Herrenschuhen hingegen genügt häufig eine Gelenkfeder aus Holz oder sogar ein einfaches Lederstück, welches mittels Holznägeln an der ➜ Brandsohle als Gelenkstütze befestigt wird.

❃ Hinterkappe

Die Hinterkappe dient dem festen Halt im Bereich der Ferse. Früher wurde sie aus eichenloh-gegerbtem Leder erstellt – heute findet sich dieses Herstellungsverfahren noch bei besonders hochwertigen Schuhen. Der Schuhmacher schärft die Kanten auf „0“ aus und verklebt sie anschließend mit dem Ober- und dem Futterleder.

❃ Keder

Bei dem Keder handelt es sich um einen keilförmigen Streifen aus Leder, welcher mit Holznägeln oder auch einer Naht am Schuh befestigt wird, um entweder die Sohle oder die Rundung des Absatzes zu egalisieren.

❃ Korkausballung

Ist eine Region der Schuhsohle nicht durch ein nach innen geschlagenes ➜ Oberleder verstärkt, so kann die Ausballung diesen Bereich auffüllen. Kork gilt als luftdurchlässiger, dämmender und auch dämpfender Werkstoff, der zudem nachwachsend und somit nachhaltig ist.

❃ Laufsohle

Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich bei der Laufsohle um die Fläche der Sohle, die wir auch beim fertigen Schuh noch sehen können. Klassischerweise besteht die Laufsohle aus Leder und wird mit Hilfe eines ➜ Rahmens und einer Naht oder aber durch Holznägel bzw. Klebstoff mit der ➜ Brandsohle verbunden. Viele Schuhe weisen zusätzlich eine Gummisohle auf, welche die Laufsohle vor Nässe schützen soll.

❃ Lederabsatzfleck

Um den Absatz vor Abnutzung zu schützen, wird dieser an den bekannten Abnutzpunkten durch kleine Nägel – den sogenannten „Rivets“ – verstärkt. Dieses Verfahren erhöht die Qualität und Langlebigkeit des Schuhwerks. Alternativ eignen sich hierfür auch Lederabsätze mit Gummiintarsie.

❃ Oberleder

Das Oberleder wird häufig auch als Schaft bezeichnet. Es besteht in den meisten Fällen aus chromgegerbtem Leder, manchmal alternativ auch aus fettgegerbtem Leder – wichtig ist, dass das ausgewählt Material gegen Nässe und Witterungen beständig ist.

❃ Rahmen

Der Rahmen wird aus Bodenleder gefertigt, um schließlich das ➜ Oberleder mit der Sohle zu verbinden. Er wird entweder über eine Naht, über Holznägel oder auch über einen speziellen Klebstoff befestigt, um dem Schuh somit zu einer längeren Lebensdauer und besseren Belastbarkeit zu verhelfen.

❃ Überstemme

Die Überstemme bildet den Übergang zwischen der hinteren und der vorderen Kappe. Sie besteht aus einem dünnen Leder und wird sorgfältig auf „0“ ausgeschärft.

❃ Vorderkappe

Die Vorderkappe befindet sich im Zehenbereich und bildet hier quasi das Gegenstück zur ➜ Hinterkappe.

4. Von Ankle Boots bis Zehentrenner – das Lexikon der Schuhe

4.1. Die Welt der Stiefel

✦ Ankle Boots

Das Design lässt zwar erkennen, dass Ankle Boots durchaus mit dem Stiefel verwandt sind, doch enden sie bereits im Bereich des Knöchels. Ein ansprechendes Design, das dem klassischen Stiefel durchaus Konkurrenz machen kann.

✦ Biker Boots

Biker Boots haben mit einem filigranen Schuh nicht mehr viel gemein – gerade deswegen eignen sie sich für einen gelungenen Stilbruch. Besonders gut kommen sie in Verbindung mit Flatterkleidern oder Röhrenhosen zur Geltung.

✦ Chelsea Boots

Modeblogs überschlagen sich zurzeit in Bezug auf die Chelsea Boots – wer sowohl den typischen London Look als auch den Berlin Mitte Style mag, wird von den Chelsea Boots begeistert sein.

✦ Desert Boots

Die Desert Boots erlebten ihre Hoch-Zeit in den 1950-er und nochmals in den 1970-er Jahren. Aber auch sie feiern ein erneutes Comeback und erobern nun auch die Welt der Damenschuhe.

✦ Gummistiefel

Bei Gummistiefeln denken wir zunächst an Regenwetter, Herbst und viele Pfützen, doch der Gummistiefel ist inzwischen weit mehr als nur ein Schuh mit praktischem Nutzen. In Ländern wie Schweden oder den Niederlanden gilt er längst als Trendschuh – auch in Deutschland erobert er in den buntesten Farben und schrillsten Mustern die Schuhregale.

✦ Lammfell-Boots

Ausgekleidet mit Lammfell sind diese Stiefel unglaublich bequem und warm. Zudem liegen sie noch immer stark im Trend, seit sie im Jahr 2010 ihr großes Comeback feierten.

✦ Overknees

Spätestens seit „Pretty Woman“ ist der sexy Overknee salonfähig geworden – auch heute noch zählen Overknees zu den beliebtesten Herbststiefeln.

✦ Stiefel

Wer stilvoll durch den Winter will, der kommt an einem Stiefel nicht herum: Chelsea Boots, Overknees, niedriger oder hoher Absatz – die Auswahl ist riesig.

✦ Stiefeletten

Die im Vergleich zum Stiefel eher „kurzen“ Stiefeletten eignen sich hervorragend für die Übergangsjahreszeiten. Sie kommen mit Plateau-Sohle, Gummizug oder auch Fransen daher und sorgen immer für ein modisches Statement.

4.2. Die Welt der Absatzschuhe

✦ Brautschuhe

Wir tauchen direkt mit einem sehr besonderen und einmaligen Schuh in die Welt der Absatzschuhe ein: dem Brautschuh. In meist hellen Nuancen gehalten – von Weiß über Creme bis zu Champagner – finden Sie die Brautschuhe in klassischem oder glamourösem Design. Puristisch oder sexy – hier bleiben keine Wünsche offen.

✦ High Heels

Carrie Bradshaw aus “Sex and the City” sorgte dafür, dass die eleganten Schuhe mit den besonders hohen Absätzen heute in keinem gut sortierten Schuhschrank mehr fehlen.

✦ Kitten Heels

Kitten Heels lassen sich durchaus als „Pumps im Kleinformat“ beschreiben. Zu ihren größten Fans zählte vermutlich Schauspiellegende Audrey Hepburn, doch auch heute sind die Kitten Heels wieder ganz vorne mit dabei.

✦ Mary Janes

Mary Janes Schuhe lassen die 1960-er Jahre wieder aufleben. Vom Kinderschuh bis zum Damenschuh sind sie in vielerlei Variationen erhältlich.

✦ Pumps

Hierbei handelt es sich um einen der beliebtesten Damenschuh in klassischem Stil. Wer hohe Absätze liebt, wird bei den Pumps gerne zugreifen: Leder, Wildleder, klassisches Schwarz oder hübsche Verzierungen – für jeden Geschmack ist etwas dabei.

✦ Schnürpumps

Die Pumps zum Schnüren mögen für den einen oder anderen Schuh-Fan leicht verstaubt und bieder wirken. Dennoch passen sie perfekt zu jedem Rock und sie kommen in überraschend vielen Variationen daher: als Cut-Outs, mit Keilabsatz oder z. B. auch mit wunderschönen Ziernähten.

✦ Sling Pumps

Im Vergleich zu den klassischen Pumps kommen die Sling Pumps recht flach und schlicht daher, doch gerade dadurch zaubern sie ein wunderschönes und elegantes Bein.

✦ Spitze Pumps

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Dieser spitz zulaufende Schuh eignet sich sowohl zum Business-Outfit als auch für die Shopping-Tour. Sie feierten ein großartiges Revival und liegen aktuell wieder voll im Trend.

✦ T-Stripes

T-Stripes erfreuen sich insbesondere als Hochzeitsschuhe wachsender Beliebtheit. Es handelt sich hierbei um sehr offene Absatzschuhe, die dank ihrer Form ein zauberhaftes T auf den Fuß der Trägerin zaubern.

4.3. Die Welt der Flachschuhe

✦ Ballerinas

Ein mädchenhafter Schuh, der uns zurück in die Kindheit versetzt und Frühlingsgefühle weckt. Seit den 1950-er Jahren sind die verspielten Ballerinas nicht mehr aus den Schuhregalen wegzudenken.

✦ Brogues

Flache Schnürschuhe, die durch Prada zurück auf die Laufstege der Welt fanden.

✦ Budapester

Was zunächst nach einem reinen Herrenschuh aus Ungarn aussieht, hat tatsächlich auch schon seinen Weg in die Schuhregale der modebewussten und trendsicheren Damen gefunden.

✦ College-Schuhe

Ähnlich wie die sportliche College-Jacke kehrt auch der klassische College-Schuh immer wieder in die Modewelt zurück. Mit einem kleinen Absatz zählen sie noch immer zu den Flachschuhen – gleichzeitig erinnert die kunstvoll verzierte Spitze an die Mokassins.

✦ Creepers

Die Kombination aus Schnür- und Plateauschuh erobert inzwischen zum dritten Mal die Welt der Mode. Noch immer dominieren die Creepers unzählige Modeblogs!

✦ Loafer

Der Loafer kommt in klassisch-sportlichem Design daher und ergänzt als bequemer und flacher Schuh jede Frühlingsgarderobe.

✦ Mokassins

Ein absoluter Klassiker unter den Flachschuhen – und dazu vielfältig kombinierbar: Mode mit Webmuster, Ikat-Prints oder auch traditionellen Druckmustern liebt die Mokassins.

✦ Schnürschuhe

Schnürschuhe umfassen flache Schuhe mit Schnürsenkeln wie die Creepers, Brogues, Budapester oder auch die Oxfords und zählen auch weiterhin zum absoluten Trendschuh!

✦ Segelschuhe

Was früher eher dem Image des dauerhaften Wirtschaftsstudenten im Polo-Hemd entsprach, leitet gerade eine neue Trendwelle ein: Der Segelschuh wird der Hingucker in der Frühlings-/Sommer-Saison.

✦ Sneakers

Sneakers sind nicht nur unglaublich bequem, sie liegen zudem auch voll im Modetrend. Der sportliche Schuh kommt in vielfältigen Variationen daher: Colourblocking, mit Fransen oder doch eher natürlich.

✦ Oxfords

Im „Preppy“-Look erobert der einstige Herrenschuh nun auch die Welt der flachen Damenschuhe.

4.4. Die Welt der Sommerschuhe

✦ Clogs

Die Clogs feierten ihre Hochzeit in den 1970-er Jahren, doch Modeschöpfer Karl Lagerfeld erweckte den Trend im Jahr 2010 zu neuem Leben.

✦ Espadrilles

Schon in den 1980-er Jahren waren die bequemen und sommerlichen Espadrilles der absolute Renner in der Mode. In den buntesten Farben machen sie den Sandalen, Clogs und anderen Sommerschuhen durchaus Konkurrenz.

✦ Peeptoes

Ob flach oder hoch, ob uni oder knallbunt – die Peeptoes mit dem unvergleichlichen Charme der Fünfziger eignen sich fürs Büro wie auch für den Stadtbummel. Gepflegte Zehen sind allerdings Pflicht!

✦ Plateau-Sandalen

Wer sich mit „normalen“ Sandalen nicht begnügen will, der darf sich an dem luftigen Schuh auf hoher Sohle erfreuen. Die Siebziger Jahre sind zurück!

✦ Riemchen-Sandalen

Ein absolutes Must-Have für jeden Modefan: Die verspielten Sandalen mit Riemchen gibt es in einer großen Vielfalt: verziert oder schlicht, einfarbig oder bunt, mit Mustern oder sonstigen Verzierungen, flach oder mit Plateausohle.

✦ Römer-Sandalen

Man kombiniere: Edles Leder, hübsche Ziersteinchen und den Stil der römischen Antike. Und schon liegen Sie voll im Trend – die Römersandale vereint Eleganz mit leichter Luftigkeit.

✦ Sandalen

Die luftigen Sandalen kommen inzwischen in schier unzähligen Designs daher: puristisch, knallig, im Römerstil, im Ethno-Style – das ist modische Abwechslung pur!

✦ Sandaletten

Was die Pumps für den eleganten Abend sind, sind die Sandaletten für die nächste Grillparty. Eleganter Absatz, luftiges Design – die Sandaletten zaubern immer wieder ein sehr schönes Bein.

✦ Sommerstiefel

Stiefel sind einfach Kult – und damit wir im Sommer nicht darauf verzichten müssen, gibt es die spezielle Variante mit weitem Schaft, ohne Futter und in hellen, frischen Farben.

✦ Wedges

Wedges stellen einen absoluten Blickfang dar: die Sandale auf Keil-Heels.

✦ Zehentrenner

Die Zehentrenner hatten es lange schwer, denn sie konnten sich modisch einfach nicht durchsetzen. Sie waren unbequem, reizlos, langweilig – vielleicht nicht mehr als ein praktischer Badeschlappen. Dies hat sich inzwischen längst geändert: Zehentrenner bestimmen in elegantem Leder das Bild der Sommertrends.

5. Witzige Anekdoten aus aller Welt

In dem vorherigen Kapital konnten Sie einen kleinen Eindruck davon gewinnen, wie viele Variationen an Schuhen tatsächlich auf dem Markt existieren – und beinahe täglich kommen neue Designs hinzu. Was Sie allerdings vielleicht noch nicht wussten: Es gibt mindestens ebenso viele Geschichten und Anekdoten über den Schuh – und das aus aller Welt, z. B.

❈ … malten die alten Ägypter und Römer die Gesichter ihrer Feinde auf die Sohlen der Sandalen, da sie so das Gefühl hatten, ihre Feinde immer wieder im Dreck zu zertreten.

❈ … trugen Piraten und Schmuggler deswegen Stiefel, die bis zum Schenkel reichten, um ihre Schätze und Beute darin zu verstecken.

❈ … ermöglichen Schuhe im Märchen häufig eine Flucht in bessere Welten: Der kleine Muck, Der gestiefelte Kater, Aschenputtel.

❈ … durfte ein englischer Mann früher die Ehe annullieren, wenn seine Frau zuvor Schuhe mit hohen Absätzen getragen und ihm dadurch eine andere Körpergröße vorgetäuscht hat.

Im Folgenden haben wir einige witzige, spannende und interessante Überlieferungen aus aller Welt für Sie zusammengefasst:

✎ Freiheit für Korea

Ein Unternehmen namens Elcanto führt in Südkorea seit geraumer Zeit einen ganz besonderen Damenschuh in seinem Sortiment. Ein Schuh, der sich bei den Frauen großer Beliebtheit erfreut, allerdings nicht nur aufgrund der Optik, sondern eben auch wegen der starken Aussagekraft des Namens.

✎ Wohlstand für Ungarn

Aufgepasst: In Ungarn sollten Sie unbedingt auf hochwertige und gepflegte Schuhe achten. Hier gelten sie nämlich als untrügliches Erkennungszeichen für Wohlstand.

✎ Olympische Medaille für Äthiopien

Marathonläufer Abebe Bikila (1932 – 1973) schrieb 1960 Geschichte, als er die erste Olympische Medaille nach Afrika – genauer gesagt: nach Äthiopien – holte. Er legte die komplette Strecke barfuß zurück!

✎ Keine Beachtung für Griechenland

„Ton egrafe sta palia tou papoutsia!“ – ein recht beliebtes Sprichwort in Griechenland, was übersetzt so viel bedeutet wie: “jemandem auf die alten Schuhe schreiben“. Es steht bildhaft dafür, jemanden zu ignorieren, ihm also keinerlei Beachtung zukommen zu lassen.

✎ Aberglaube für die Türkei

Schuhe zählen in der Türkei zum alltäglichen Aberglauben hinzu wie die schwarze Katze in Deutschland. In diesem Zusammenhang heißt es dort:

Fällt ein Schuh verkehrt herum auf den Boden, so ist Krankheit zu befürchten.

Legt der Schuhbesitzer seine Schuhe nach dem Ausziehen mit der Sohle nach oben ab, so kennzeichnet dies seinen baldigen Tod.

Stehen die Schuhe hingegen übereinander, so darf sich ihr Besitzer auf eine in Kürze stattfindende Reise freuen.

✎ Kein Schlaf für Nord-Dakota (USA)

Hier ist es tatsächlich untersagt, sich zum Schlafen hinzulegen, solange man noch seine Schuhe trägt.

✎ Mehr Schuhe für die Philippinen

Imelda Marcos war nicht nur als Gattin des einstigen Präsidenten der Philippinen – Ferdinand Marcos – bekannt. Auch ihre enorme Sammlung an Schuhen brachte ihr sehr viel Aufmerksamkeit ein. So soll sie über 3.000 Paar Schuhe besessen haben, als ihr Mann gestürzt wurde und sie mit ihm aus dem Malancajang Palast ausziehen musste.

✎ Eine Frau für Ägypten

Im alten Ägypten soll es den Brauch gegeben haben, dass der Brautvater seinem künftigen Schwiegersohn ein Paar Sandalen überreicht hat – diese Sandalen standen symbolisch für die Verantwortung, die der künftige Schwiegersohn von nun an für die Braut übernehmen sollte.

✎ Schulden für Deutschland

Schon unsere Großeltern wussten: „Schuhe, die beim Gehen knarren, sind noch nicht bezahlt!“

✎ Glück für England

Etwa im 15. Jahrhundert entstand der Brauch, dass die geladenen Hochzeitsgäste sich um die Hochzeitskutsche versammelten, um dieser bei der Abfahrt Schuhe hinterherzuwerfen. Wurde die Kutsche mit den Schuhen getroffen, so sollte dies Glück bringen – die lauten Geräusche, die dabei entstanden, sollten böse Geister vertreiben.

✎ Kasten in Indien

In Indien existiert noch immer das traditionelle Kastensystem – der Schuhmacher steht hier am untersten Ende dieser sozialen Leiter. Der Grund: Seine tägliche Arbeit mit Leder – also der toten Haut eines Tieres – gilt als unrein.

✎ Manolos für Spanien

Jeder Fan der Serie „Sex an the City“ wird mit dem Begriff „Manolo“ vertraut sein. Für alle anderen: Manolo Blahnik ist ein Schuh-Designer, der sich über die Grenzen Spaniens hinaus einen Namen machen konnte. Er wurde im November des Jahres 1942 auf La Palma geboren und begann seine Karriere mit Stilettos, die es immerhin in das legendäre „Studio 54“ schafften. Sein Markenzeichen sind die hohen Absätze, ein sehr ausgefallenes Design sowie ein anspruchsvoller Materialmix. Neben „Carrie“ zählen auch Madonna, Naomi Campbell und Jennifer Aniston zu seinen größten Verehrerinnen.

✎ Höflichkeit für Japan und Thailand

Es wird als normale Umgangsform und Zeichen der Höflichkeit angesehen, sich in Japan oder Thailand die Schuhe auszuziehen, ehe ein Gebäude betreten wird. Dies gilt insbesondere für polierte Holzböden oder Tatamis (rechteckige Matten aus Reisstroh, mit denen die Räumlichkeiten traditionellerweise ausgelegt wurden). Wer dieser Gepflogenheit nicht Folge leistet, muss damit rechnen, zum Ausziehen der Schuhe aufgefordert zu werden.

6. Der teuerste Schuh der Welt

Woran denken Sie, wenn Sie an den teuersten Schuh der Welt denken? Welches Bild entsteht vor Ihrem inneren Auge? Vermutlich ein besonders eleganter und mit echten Diamanten geschmückter High Heel eines namhaften Designers?

Tatsächlich ist aber auch der Turnschuh nicht zu unterschätzen – und genau deswegen folgt nun erst mal ein erstaunlicher Einblick in die Welt der zehn kostbarsten Sneakers der Welt!

➀ Air Jordan – getragen von Michael Jordan himself!

Im Jahr 1997 trug der Basketballer Michael Jordan ein Paar Air Jordan XII Sneakers im Spiel der Chicago Bulls gegen Utah Jazz. Anschließend verschenkte er die Schuhe an den damaligen Balljungen, der sie kurz darauf für über 104.000,00 $ bei eBay versteigerte!

➁ Wir bleiben bei den Air Jordans!

Kurz nachdem sich der kanadische Rapper Drake und Jordan Brand für eine geschäftliche Zusammenarbeit zusammengeschlossen hatten, verschenkten Sie bei einer Veranstaltung zwei Sneakers an zwei Fans: Air Jordan 10 und Air Jordan 12. Auch diese versteigerten die Schuhe mit einem Erlös von 20.000,00 und 100.000,00 $.

➂ Werbung á la Kanye West

Rapper Kanye West hat Sneakers mit dem vielversprechenden Namen Air Yeezy 2 Red October entworfen – eine Kollektion knallroter Turnschuhe, die trotz hoher Preise innerhalb von wenigen Minuten ausverkauft war. Auf eBay soll sich ein Paar zu einem Rekordpreis von unglaublichen 17 Millionen Dollar verkauft haben – wobei nicht auszuschließen ist, dass es sich hierbei um einen äußerst effektiven Werbegag des Designers handeln könnte.

Wer sich auch jetzt noch für den legendären Sneaker aus der ausverkauften Kollektion interessiert, kann diesen bei eBay für rund 200,00 € ersteigern – ein noch immer durchaus ansehnlicher Preis.

➃ Zurück in die Zukunft

Eine dreiteilige Filmreihe mit Kultstatus verhilft dem Nike Air Mag zu extremer Beliebtheit. Sie sind dem Schuh nachempfunden, den der Hauptdarsteller Michael J. Fox in Teil 2 der Trilogie trägt. Der Clou dabei: Der Hersteller Nike hat nur eine limitierte Produktion in Gang gesetzt, d. h. es existieren lediglich 1.500 Paar dieser Schuhe. Sämtliche Auktionserlöse kamen einem guten Zweck zugute – der höchste Verkauf brachte unfassbare 37.000,00 $ ein!

➄ Turnschuhe mit Bling Bling Effekt

Big Boi von Outcast hat eine Vorliebe für diamantenbesetzte Turnschuhe – eine Vorliebe, die eine Boutique in Atlanta dazu inspirierte, ein Paar Air Force 1 Sneakers mit den edlen und glitzernden Steinchen aufzupimpen. Ein normaler Käufer hätte locker 50.000,00 $ für diese Schuhe hinblättern müssen, der HipHop-Star bekam sie von der Boutique geschenkt.

➅ … und es geht weiter mit den Air Jordans

Dieses Mal handelt es sich um eine wahre Rarität unter den Sneakern: um ein Original aus der Linie Air Jordan 2 der 1980-er Jahre! Ein solches Paar soll bei eBay einen Verkaufserlös von 31.000,00 $ eingebracht haben.

➆ Weil es so schön war: Air Jordan

Aller guten Dinge sind drei? In diesem Fall wohl eher vier, immerhin bringt Air Jordan mit den schwarzen Nike Sneakern Air Jordan XI Blackout ein viertes Paar an Sneakern in die Top Ten der weltweist teuersten Turnschuhe. So soll ein Liebhaber ganze 11.000,00 $ bezahlt haben, um ein Paar dieser bei Sammlern äußerst begehrten Schuhe zu besitzen.

➇ Signiert von Kobe Bryant

Für Basketball-Star Kobe Bryant entwarf Nike 25 Paar stylischer Sportschuhe: den Nike Kobe Air Zoom. Bryant signierte die einzelnen Paare und steigerte den Verkaufserlös dadurch auf unglaubliche 30.000,00 $ pro Paar.

➈ Schuhe aus purem Gold

Designer Kenneth Courtney mag es besonders edel – und genau darum schnappte er sich einige wenige Paar Nike Dunks und ließ sie mit 24-karätigem Gold überziehen. Sechs Paare dieser Sneakers schafften es als Indulgencens No. 5 in den Verkauf und erzielten Erlöse von rund 6.000,00 $ pro Paar – fast schon ein Schnäppchen unter den teuersten Turnschuhen der Welt!

➉ … und noch ein echtes Schnäppchen

Auch Puma erobert sich einen Platz auf den begehrten Top Ten Rängen in der Gunst der Fans: mit dem türkisfarbenen Modell SF x Puma Sharkbait. Dieser Sneakers entstanden für die Linie Blaze of Glory und erfreuten sich an einem unfassbar großen Ansturm. Verkauft wurden allerdings nur wenige Exemplare, weshalb bei eBay Preise von rund 1.000,00 $ pro Paar erzielt werden konnten.

➥ Zwischenresümee: Die teuersten Sneakers der Welt liegen also im Preisbereich von 1.000,00 $ bis 107.000,00 $ – die 17 Millionen Dollar für Kanye West Designerschuhe stellen wir einfach mal weiter in Zweifel. Doch wo befindet sich nun der wirklich weltweit teuerste Schuh? Was kostet er? Wer besitzt ihn? Und um welches Modell handelt es sich?

Um diese Frage nun endlich zu beantworten: Bei dem teuersten Paar Schuhe der Welt handelt es sich in der Tat um High Heels – genauer gesagt um „Princess Constellation Heels“, die für umgerechnet 285.000,00 € über die Ladentheke gingen.

Sie sind im Besitz der Sängerin Beyoncé, die auf der Suche nach einem besonderen Paar an Schuhen für ihr damals neues Videos war. Fündig wurde sie beim Label „House of Borgezie“, die ihr eine Maßanfertigung aus Platin und über 1.000 Diamanten in Gold von 18 Karat zur Verfügung stellten. Gerüchten zufolge soll der Besitzer des Labels höchstpersönlich zu der Sängerin nach L. A. geflogen sein, um ihre Füße zu vermessen und später echte Millimeterarbeit abzuliefern.

Damit aber noch nicht genug: Zu den Schuhen gab es gleich auch noch den passenden Gürtel im Wert von umgerechnet 78.000,00 € – im Vergleich zu den Schuhen aber schon ein richtiges Schnäppchen.
➥ Fazit: Ein echter Schuhliebhaber – egal, ob männlich oder weiblich – lässt sich in seiner Leidenschaft kaum aufhalten. Und wenn wir uns die Preise für die teuersten Schuhe der Welt so anschauen, gehen wir doch gleich mit einem viel leichteren Gewissen auf die nächste Schuh Shopping Tour!

7. Tierisch vegane Schuhe

Leder, Wolle … vegane Kleidung – oder in diesem besonderen Fall: vegane Schuhe – sind nicht immer gleich auf dem ersten Blick zu erkennen. Im Folgenden klären wir Sie über die wichtigsten Fragen rund um den veganen Modestil auf. Wir geben Ihnen wertvolle Ratschläge an die Hand, worauf Sie beim Shopping unbedingt achten sollten, und zeigen Ihnen sogar mögliche Alternativen auf.

Bei dem Stichwort „vegan“ denken die meisten von uns wahrscheinlich direkt an den ganz besonderen Speiseplan. Doch allein mit der Ernährungsumstellung ist der veganen Lebensweise noch lange nicht genüge getan – viele weitere Lebensbereiche und -gewohnheiten bedürfen einer gewissenhaften Umstellung. Allen voran: die Mode! Galten Pelzmäntel vor wenigen Jahrzehnten noch als schickes Statussymbol, so führen sie heute eher zum ablehnenden Naserümpfen – das Leid der Tiere, die ihr Leben für einen solchen Pelz lassen mussten, ist uns nur allzu bewusst. Was viele jedoch noch gar nicht ahnen: Unsere Kleidungsstücke – und Schuhe – enthalten weit mehr tierische Bestandteile, als wir uns vorstellen können.

So erkennen Sie vegane Kleidung und Schuhe:

✔ Kleidung und Schuhe lassen sich dann als vegan bezeichnen, wenn sie keinerlei tierische Produkte oder Erzeugnisse beinhalten – „bio“ oder „öko“ wirken vertrauensfördernd, sie kennzeichnen jedoch keine tierfreie Mode!

✔ Bei veganen Produkten können Sie i. d. R. zwischne pflanzlichen Rohstoffen und chemischen Stoffen wählen – der Umwelt zuliebe sollten Sie den pflanzlichen Rohstoffen unbedingt den Vorzug geben!

✔ Achten Sie außerdem auch auf fair produzierte und gehandelte Waren – so schützen Sie nicht nur die Tiere und unsere Umwelt, sondern unterstützen zugleich auch den menschlichen Umgang mit den Mitarbeitern der Textilindustrie!

✔ Leider werden vegane Schuhe in den seltensten Fällen auch als solche gekennzeichnet – eventuell hilft ein expliziter Blick auf das Etikett, um sich über die Inhaltsstoffe zu informieren. Sollte auch dies nicht zielführend sein, so können Sie sich beim Händler bzw. auch direkt beim Hersteller beraten lassen.

Auch wenn Sie Schuhe „ohne Tier“ nicht gleich auf den ersten Blick erkennen, so lautet die gute Nachricht: Es besteht eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht für Hersteller, was die Inhaltsstoffe betrifft. In der Regel werden hierfür bestimmte Piktogramme herangezogen.

Bei dem Obermaterial, dem Futter, der Deck- und der Laufsohle von Schuhen handelt es sich in der Regel um:

✔ Leder
✔ Beschichtetes Leder
✔ Lederersatzstoffe
✔ Textil, darunter fällt auch Wolle, Pelz und Seide
✔ Sonstiges, z. B. Kunststoff, Kunstharz, Kork, Hanf oder Gummi

Leider werden die weiteren Inhaltsstoffe jedoch nicht symbolisch dargestellt, sodass Sie auf den ersten Blick nicht beurteilen können, ob der jeweilige Schuh tierische Bestandteile enthält oder nicht. Auch die Klebstoffe bestehen häufig aus tierischen Erzeugnissen – vegane Schuhe werden deshalb vorzugsweise genäht und nicht geklebt. Unterschiedlichste Baumwollgemische, Filz oder auch Kork bieten übrigens eine attraktive Alternative zum Kunstleder.

Erfreulicherweise finden sich immer mehr namhafte Designer, die sich der fairen und umweltfreundlichen Produktion von Schuhen und Mode im Allgemeinen verschreiben. Der sogenannte „GREENshowroom“ auf der Berliner Fashion Week feiert aufstrebende vegane Modelabels – selbst die Vogue schaut regelmäßig auf die Laufstege, die tierfreie Mode präsentieren. Interessant ist auch der internationale „Vegan Fashion Award“, der in mehreren Ländern für 12 Kategorien vergeben wird – zu den Siegern zählten bereits Modelabels wie H&M oder Puma.

Fakt ist also: Immer mehr kreative Designer setzen sich mit dem Thema veganer Mode und Schuhe auseinander. Tatsächlich gibt es bereits sehr erfolgreiche und vielversprechende Kollektionen, die eine nachhaltige und auch tierfreundliche Produktion in den Fokus setzen. Zu den ersten, hoffentlich jedoch nicht zu den letzten Shops, die veganes Einkaufen ermöglichen, zählen:

➧ DearGoods in München und Berlin
➧ FairBleiben in Dortmund
➧ Le Shop Vegan (Online Shop)
➧ GREENALITY (Online Shop)
➧ und mehr

Auch die nachfolgenden Unternehmen unterstützen den veganen Trend:

➧ ESPRIT

Augenblicklich hält ESPRIT acht unterschiedliche Paare an Schuhen im Sortiment, welche die Bezeichnung „vegan“ verdienen – es handelt sich dabei allerdings ausschließlich um Damenschuhe, die in den Filialen vor Ort und auch im Online Shop erhältlich sind.

➧ avesu – a vegan shou

avesu hält rund vierzig Marken im Angebot des Online-Shops, die nicht nur auf eine umweltfreundliche Herstellung, sondern auch auf faire Arbeitsbedingungen und tierfreundliche Produktionen Wert legen. Das Sortiment umfasst die Kollektion für die Frau, wie auch weitere Kollektionen für Männer und Kinder.

➧ Cosmo Vita

Das Motto von Cosmo Vita lautet „kein Leder“ – und das gilt nicht nur für Damen- und Herrenschuhe, sondern auch für Gürtel und Taschen, die allesamt zu hundert Protzent vegan sind.

➧ Veggie Shoes

Veggie Shoes ist auf Schuhe für jeden Anlass spezialisiert: von Wanderschuhen über Sicherheitsschuhe bis zum eleganten Stiefel bietet der Shop ein unglaublich vielfältiges Angebot veganer Schuhe.

➧ Cri de Coeur

Cri de Coeur steht nicht nur für ausgefallene Damenschuhe, sondern auch für tierfreundliche Produkte der Designerinnen Julie Dicterow und Gina Ferraraccio. Mode muss nachhaltig, menschenwürdig und tierleidfrei sein – das gilt nicht nur für Schuhe, sondern auch für Handtaschen und alle weiteren Accessoires.

➧ Dr. Martens

Die meisten gut geführten Schuhgeschäfte halten auch Dr. Martens Schuhe für Sie im Programm – andernfalls können Sie diese aber auch bequem online shoppen. Zurzeit befinden sich rund dreißig vegane Schuhmodelle im Sortiment von Dr. Martens.

➧ MacBeth

Erschwingliche Preise, sportliches Design, internationaler Verkauf – dafür steht MacBeth. Hier finden Sie z. B. vegane Sneakers, aber auch wollfreie Kleidung und weitere tierfreundliche Modeartikel.

➧ NOAH

Italienisches Design steht für Eleganz und Stil – dank NOAH steht es nun auch für Nachhaltigkeit und Fairtrade.

Fazit: Die Liste der Designer, Unternehmen und Shops, die verstärkt auf vegane Schuhe setzen, ist lang. Es kann sich aber auch lohnen, in dem Großhandel Ihrer Stadt nachzufragen, z. B. Deichmann, Reno, Quick Schuhe und mehr.

8. Für jeden Sport der richtige Schuh

8.1. Grundsätzliche Anforderungen

Schuhe sind mehr als nur ein attraktives Accessoire – sie dienen dem Schutz Ihrer Füße. Umso mehr sollten Sie schon beim Kauf Ihrer neuen Schuhe darauf achten, dass sie Ihnen nicht nur optisch gefallen, sondern auch dem Zweck entsprechen. Ob Sie nun lieber Joggen, Walken, Wandern und mit dem Fahrrad fahren – für jede Sportart gibt es inzwischen auch den entsprechenden Schuh.

Werfen wir zunächst einen Blick auf die allgemeinen Anforderungen, die jeder Sportschuh erfüllen sollte. Darunter fallen unterschiedliche Funktionen, z. B.:

✔ Sportschuhe schützen Ihre Füße vor Verletzungen.
✔ Sportschuhe geben Ihnen einen sicheren Halt.
✔ Sportschuhe schützen Ihre Füße auch vor frühzeitiger Ermüdung und Überlastung.
✔ Sportschuhe erschaffen rundum perfekte „Arbeitsbedingungen“ für Ihre Füße.

Hinzu kommen sehr spezifische Funktionen:

✔ Ski-Schuhe, Radfahrer-Schuhe und Neopren-Füßlinge verbinden die Füße mit dem Sportgerät.

✔ Crosslauf- und Wander-Schuhe schützen die Füße vor Dornen, Steinen und sonstigen Hindernissen. Außerdem bewahren sie das Gelenkt vor dem schmerzhaften Umknicken.

✔ Laufschuhe sollen den Aufprall abdämpfen und das anatomisch korrekte Abrollen Ihrer Füße unterstützen. Gleichzeitig schützen sie auch die Fußsohle vor übermäßigem Abrieb.

✔ Tennis- und andere Sportschuhe bewahren ihren Träger vorm Abrutschen, während sie zugleich ein bewusstes und kontrolliertes Rutschen erlauben. Tennisspieler wählen ihre Schuhe übrigens nach dem Platzbelag aus: Ein Match auf dem Ascheplatz erfordert anders konstruierte Schuhe als das Match auf dem Rasen!

Natürlich sollten Sie auch Wert auf das richtige Fußklima legen – eine Eigenschaft, die sich inzwischen unter allen modernen und hochwertigen Sportschuhen durchgesetzt haben sollte. Ski-Stiefel sollten beispielsweise einen Temperaturunterschied von etwa 50 °C zwischen der Innen- und Außenfläche aushalten, um die Füße dauerhaft trocken und warm zu halten. Segel-Stiefel setzen hingegen vielmehr auf Atmungsaktivität. Sie werden auch nass getragen und sollten entsprechend schnelltrocknend und zugleich auch antibakteriell sein. Wichtig ist, dass Ihre Füße schwitzen können, denn über diese Verdunstung vermag der Körper seine Temperatur zu regulieren und ein übermäßiges Aufheizen zu verhindern. Dennoch sollte sich der Schuh grundsätzlich trocken anfühlen, um einen gewissen Tragekomfort zu erhalten. Die Verdunstung muss an die Schweißproduktion angepasst werden – dies erfolgt über moderne Belüftungssysteme und netzartige Textilien (Mesh-Gewebe), die besonders luftdurchlässig sind.

8.2. Tipps und Tricks für den Sportschuh-Kauf

Lassen Sie sich von der großen Auswahl rund um den Sportschuh nicht erschlagen. Inzwischen wissen Sie, dass die wichtigste Frage zunächst die nach der angestrebten Sportart ist und damit schon ein Ausschlussverfahren in Gang gesetzt wird, welches für mehr Übersichtlichkeit sorgt. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Tipps zur Verfügung, die Ihnen das Shoppen vereinfachen:

➀ Sind Sie auf der Suche nach einem Schuh, der auf ausdauernde Belastungen ausgelegt ist, so raten wir Ihnen, diesen am Nachmittag zu besorgen – z. B. nach einem langen und anstrengenden Arbeitstag. Wahrscheinlich sind Ihre Füße dann auch etwas größer als morgens nach dem Aufstehen.

➁ Ein Laufschuh sollte sich auch bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf dem Laufband im Laden immer noch gut anfühlen – ist dies nicht der Fall, so können Sie ihn getrost im Regal stehen lassen. Bitte achten Sie auch darauf, dass Ihre Füße beim An- und Ausprobieren warm und gut durchblutet sind.

➂ Ziehen Sie für die Anprobe unbedingt auch die Socken an, die Sie später bei der Ausübung Ihrer bevorzugten Sportart tragen möchten. Ihre Socken bilden die Grenze zwischen Fuß und Schuh, d. h. sie müssen einer gewissen Reibung standhalten und die Feuchtigkeit transportieren.

➃ Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, Schuhe zu kaufen, die eigentlich zu eng sind. Es ist ein Trugschluss, darauf zu hoffen, dass sich die Sportschuhe noch weiten. Zwar müssen die Schuhe tatsächlich erst noch eingelaufen werden, doch weiter werden sie davon nicht. Der Tragekomfort entsteht vielmehr dadurch, dass sich Gewebe und Nähte im Laufe der Zeit an Ihren Fuß anpassen.

➄ Ein Tipp, der gerade für die sportlichen Damen interessant ist: Fallen Sie nicht allzu schnell auf die Größe Ihrer Pumps herein, denn die Schuhhersteller mogeln hier gerne ein wenig. Da wird die Größe 39 auch schon mal zur Größe 38, um den Damen zu schmeicheln und sie zum Kauf zu verleiten. Greifen Sie also beruhigt zu, wenn der Sportschuh doch mal eine Nummer größer ausfällt.

➅ Speziell bei Laufschuhen sollten Sie auf die sogenannte „Zuwachsreserve“ achten: Kurzstreckenläufer benötigen Schuhe, die wie eine zweite Haut sitzen – Marathonläufer hingegen müssen einkalkulieren, dass ihre Füße während des langen Laufes dicker werden und entsprechend mehr Platz im Schuh benötigen. Es gilt also: Je länger die zu laufende Strecke ist, umso mehr Zuwachsreserve benötigen Sie.

➆ Achten Sie beim Kauf Ihrer künftigen Sportschuhe bitte nicht allein auf den Preis, denn es geht um die Gesundheit Ihrer Füße. Lassen Sie Schuhe im Laden, wenn sie nicht richtig passen oder nicht für Ihre Bedürfnisse konstruiert wurden – gehen Sie keine Kompromisse ein. Ein Fehlkauf wird sich hinterher lediglich als herausgeworfenes Geld erweisen.

➇ Lehnen Sie Schuhe dubioser Anbieter lieber ab und vergessen Sie nicht, dass ein Schuh inzwischen als echtes Hightech-Produkt gilt. Ein Hightech-Produkt, welches nur dann funktionieren kann, wenn die kraftleitenden Materialien und die Schäume der Dämpfungselemente von hochwertiger Qualität sind.

➈ Ein Tipp, mit dem Sie bares Geld sparen: Schuhe unterliegen aktuellen Trends und Modewellen. Gehören Sie zu den Menschen, die zwar modebewusst leben, aber nicht immer unbedingt das Neueste vom Neuen im Schrank haben müssen, so können Sie auf preiswertere Auslaufmodelle setzen – möglichst kurz bevor die neuen Nachfolger auf den Markt geworfen werden. Qualitativ machen Sie hierbei keinerlei Abstriche.

➉ Der Schuhkauf im Internet ist nicht ganz einfach, denn die Sportschuhe lassen sich vor dem Kauf nicht erst anprobieren und testen. Die Größentabellen unterschiedlicher Länder bzw. Hersteller sind ebenfalls nicht wirklich miteinander zu vergleichen – halten Sie sich darum am besten an bereits bekannte Marken und Größen. Schicken Sie Schuhe zurück, die nicht passen.

8.3. Supination, Pronation und andere Fußprobleme

Läufer, deren Füße beim Laufen nach außen hin wegkippen, werden als „Supinierer“ bezeichnet. Sie belasten den Fußaußenrand überdurchschnittlich stark, d. h. der Schuh wird hier auch stärker abgenutzt und ggf. sollte auf Spezialschuhe zurückgegriffen werden.

Kippt der Fuß des Läufers hingegen vielmehr nach innen weg, so ist die Rede von dem „Überpronierer“. Er belastet seine Sehnen, Gelenke und Bänder sehr stark, doch nicht immer werden gleich besondere Spezialschuhe benötigt. Gewissheit kann nur der Orthopäde oder auch der Sportarzt bieten: Er wird unterscheiden, ob das Einwärtskippen noch zum normalen Bewegungsablauf gehört oder ob es tatsächlich schon zu viel wird und Spezialschuhe notwendig sind.

Ab und an verschreibt der Orthopäde bzw. Sportarzt besondere Sporteinlagen, die von einem orthopädischen Schuhmacher angefertigt werden. Natürlich gibt es auch preiswerte Alternativen – sozusagen „von der Stange“ – doch diese Einlegesohlen eignen sich ausschließlich für Standardbeschwerden wie den typischen Senkfuß. Die vorhandene Schuhsohle wird einfach gegen die orthopädische Einlegesohle ausgetauscht, doch sollten Sie bedenken, dass Ihre Füße bei dieser Variante nicht zuvor vermessen werden und die Einlegesohle infolgedessen nicht zu hundert Prozent auf Ihre Beschwerden abgestimmt ist. Falls jedoch

➧ weder orthopädische Sohlen
➧ noch ein Wechsel der Sportschuhe
➧ oder eine Reduzierung der Trainingshäufigkeit bzw. -intensität

zu schmerzfreien Füßen führen, so sollten Sie unbedingt einen Sportarzt konsultieren.

Das ständige Tragen von Schuhen schwächt unsere Füße – teilweise werden sie sogar deformiert. Hier zeigt sich also die Kehrseite der Medaille: Je hochwertiger und bequemer unser Schuhwerk wird, umso mehr verkümmert der Fuß. Viele Sportler – insbesondere Läufer – setzen darum auf ein weiteres, sehr besonderes Training: das Training der Füße! Spezielle und regelmäßig durchgeführte Übungen auf unterschiedlicher Bodenbeschaffenheit kräftigen den Fuß: Gras, fester Sand, Kiesel. Einige Städte bieten inzwischen sogar Barfußparks an, die für den untrainierten Sportfan durchaus eine Herausforderung darstellen können.

9. Wertvolle Tipps für die optimale Schuhpflege

Zunächst ein Tipp, der so simpel wie auch hilfreich ist: Kaufen Sie die Schuhe grundsätzlich in der passenden Größe. Dies ist von unschätzbarer Wichtigkeit, wenn es um die Langlebigkeit und Formbeständigkeit Ihrer neuen Fußbekleidung geht. Kaufen Sie diese nämlich zu klein, so treten Sie über das Oberleder im Bereich der Zehen und Fersen hinweg, was zu sichtbaren Ausstülpungen führt. Sind die Schuhe zu schmal, so treten Sie diese im Bereich der Ballen aus – auch dies führt im Verlaufe der Zeit zu unschönen Verformungen. Individuelle Eigenheiten Ihrer Füße zeichnen sich deutlich ab – sowohl bei dem zu kleinen als auch bei dem zu schmalen Schuhwerk. Vielleicht denken Sie jetzt, Sie sollten dann eher zu weite als zu schmale Schuhe kaufen, doch auch hier müssen wir dringend abraten: Zu weite Schuhe neigen zur Faltenbildung, die sich zuerst im Nahtbereich und schließlich quer über sämtliche Ballenpunkte zeigen wird. Das Leder wird anfällig für Brüche, Glanz- und Lackleder altern schneller.

Mit Schuhspannern bringen Sie Ihre Schuhe übrigens immer wieder in Form – auch wenn Sie diese über längere Zeit mal nicht am Fuß tragen. Dadurch verlängern Sie nicht nur die schöne Optik Ihrer Fußbekleidung, sondern auch die Lebensdauer. Bevorzugen Sie Schuhspanner aus Holz und lassen Sie Spanner aus Kunststoff lieber im Regal. Die Holzspanner geben den Schuhen nicht nur neue Form, sie entziehen auch die Feuchtigkeit, die im Leder gespeichert ist – gerade bei stark schwitzenden Füßen ein großer Vorteil. Für Schuhe, die einen offenen Fersenbereich aufweisen, gibt es übrigens praktische Halbspanner.

Doch nun zu den praktischen Tipps und Tricks rund um die Materialpflege: So sehr das Leder auch durch spezifische Verfahren bearbeitet wurde, es ist und bleibt ein Naturprodukt. Regelmäßige Säuberungen und Reinigungen einschließlich einer materialspezifischen Pflege steigert die Schönheit Ihres Produktes wie auch die lange Haltbarkeit.

✔ Tipp #1: Imprägnierung

Imprägnieren Sie Ihre Schuhe, noch ehe Sie zum ersten Mal ein Pflegeprodukt verwenden, denn nur auf diese Weise kann die Imprägnierung optimal arbeiten und einwirken. Natürlich werden die meisten Schuhe bereits imprägniert, noch ehe sie überhaupt in den Verkauf gelangen, dennoch wirkt diese Erstimprägnierung nicht unbegrenzt. Sie sollten auf die Empfindlichkeit des Materials achten und die Schuhe mindestens einmal, gegebenenfalls sogar zweimal nachbehandeln.

✔ Tipp #2: Trocknung

Schuhe werden hin und wieder auch mal feucht – witterungsbedingt oder absichtlich. In diesem Fall sollten Sie unbedingt darauf achten, dass die Schuhe langsam trocknen, d. h. dass Sie sie zum Beispiel nie in die direkte Nähe einer Wärmequelle stellen. Trocknen Lederschuhe zu schnell, so wird das Material brüchig! Sie können die Schuhe auch mit saugfähigem Material ausstopfen, das die Flüssigkeit aufnimmt: Zeitungspapier, Küchenpapier etc.

✔ Tipp #3: Tragepause

Hätten Sie gewusst, dass Lederschuhe bzg. Schuhe mit Lederausstattung nach jedem getragenen Tag eine Ruhepause von mindestens 24 Stunden benötigen? Dieser Umstand ist auf die Eigenschaft zurückzuführen, dass das Material die Feuchtigkeit nicht nur aufnimmt, sondern auch speichert und sich bei Erwärmung verformt: Es dehnt sich mit dem Fuß! Während der 24-stündigen Tragepause kann das Leder die gespeicherte Flüssigkeit wieder abgeben, d. h. Schweißränder werden vermieden und das Risiko für Fußpilz wird deutlich reduziert. Tragen Sie geschlossene Schuhe also generell lieber nur ein über den anderen Tag.

✔ Tipp #4: Feuchtreinigung

Sichtbare Ränder, die aufgrund von extremer Schweißbildung oder durch Schnee entstanden sind, lassen sich in der Regel durch lauwarmes Wasser leicht entfernen. Hierfür sollten Sie den Schuh jedoch unbedingt nur von außen befeuchten und eine spezielle Lederseife zum Waschen verwenden. Im Anschluss an einen langsamen Trocknungsprozess sollten Sie den Schuh nochmals intensiv mit einem Pflegemittel behandeln. Manche Schuhe bieten tatsächlich auch die Möglichkeit einer komplett feuchten Reinigung – sprich: Sie können einige Schuhe waschen. Dies gilt für folgende Materialien:

✧ Leder
✧ Veloursleder
✧ Leinen
✧ Kombinationen aus den vorab genannten Materialien.

Textilien vertragen sogar schonende Waschmittel. Dennoch sollten Sie stets darauf achten, dass Nähte und Klebestellen wie Absätze und Sohlen nicht allzu sehr befeuchtet werden. Die Waschmaschine ist für die Reinigung von Schuhen also grundsätzlich ungeeignet! Lassen sich Dreck, Ränder und Flecken auf diese Weise nicht entfernen, so sollten Sie ich an eine lokale Reinigung wenden oder auf Fleckenentferner bzw. Waschbenzin zurückgreifen. Bitte probieren Sie das gewählte Reinigungsprodukt zunächst an einer nicht sichtbaren Stelle des Materials aus, um Glanz und Farbe des Materials nicht zu beschädigen!

✔ Tipp #5: Rauleder, Velours, Nubuk

Rauleder – häufig auch unter dem Begriff „Wildleder“ verbreitet – ist in den meisten Fällen durchgefärbt. Aus diesem Grund genügt es häufig, eine Bürste zu verwenden, um den Schuh vom Schmutz und Staub zu befreien. Naturgemäß sind diese Ledersorten extrem feuchtigkeitsanfällig, weshalb Sie auf eine regelmäßige Imprägnierung Wert legen sollten. Entsprechende Imprägnierungssprays kommen meist farblos daher, enthalten allerdings spezielle Pflegesubstanzen, die das Rau- und Wildleder geschmeidig halten. Welche Substanzen dies im Einzelfall sind, erkennen Sie an dem Vermerk auf den Etiketten der Pflegemittel. Außerdem werden auch Sprays mit Farbanteilen veräußert, welche die Leuchtkraft der Farben erhalten und auffrischen sollen. Neben den Sprays sollten Sie auch auf die speziellen Bürsten zurückgreifen, um das Material nach einer Feuchtreinigung wieder aufzurauen. Spezielle „Radiergummis“ helfen Ihnen dabei, kleinere Schrammen einfach „wegzuradieren“ – diese Hilfsmittel eignen sich übrigens auch hervorragend für helle Sohlen, wie sie in den Sommermonaten gerne getragen werden.

✔ Tipp #6: Glattleder und Brushleder

Zunächst eine kurze Begriffserklärung: Brushleder ist ein mit Polierwachs versehenes Glattleder in Hochglanzoptik. Besonders beliebt sind schattierte oder zweifarbige Varianten. Sowohl Glatt- als auch Brushleder können mit Hilfe einer weichen Bürste von oberflächlichem Schmutz befreit werden. Alternativ eignet sich auch ein feuchtes Tuch, um die Schuhe mit einer speziellen Creme einzureiben und nach dem Einziehen unter sanftem Druck blank zu reiben. Entsprechende Präparate erhalten Sie in jedem gutgeführten Fachhandel.

✔ Tipp #7: Lackleder

Lackleder sollte grundsätzlich keiner Trockenreinigung unterzogen werden, da diese zu Kratzern auf dem Material führen kann. Zum Abwischen eignet sich ein feuchtes Tuch oder auch ein feuchter Schwamm. Hin und wieder sollten Sie allerdings auch ein besonderes Lacklederöl bzw. eine Lacklederlotion verwenden, welche die Lackschicht vor dem Austrocknen schützt. So bleiben die Schuhe elastisch und das Material geschmeidig – andernfalls sollten Sie mit unschönen Brüchen und Rissen im Lackleder rechnen.

✔ Tipp #8: Nappaleder mit Metallic-Finish

Auch wenn Sie vielleicht etwas anders vermuten würden, Nappaleder mit Metallic-Finish nimmt Feuchtigkeit sehr schnell auf. Umso wichtiger ist es bei diesen Schuhen folglich, dass Sie ein geeignetes Imprägnierungsspray verwenden! Weniger empfindlich sind folienbeschichtete Ledersorten, doch der Unterschied dieser beiden Oberflächen ist für den Laien nur sehr schwer zu erkennen. Achten Sie deshalb sicherheitshalber bei beiden Varianten auf eine sorgfältige Imprägnierung, noch ehe Sie die Schuhe zum ersten Mal tragen. Milde Emulsionen haben sich als Pflegemittel sehr bewährt, denn sie frischen den Glimmereffekt auf und sind auch in unterschiedlichen Nuancen erhältlich.

✔ Tipp #9: Textilien

Auch Textilien saugen Flüssigkeiten regelrecht auf, darum sollten Sie auch hier auf mehrmaliges Imprägnieren setzen. Damit schützen Sie nicht nur Ihre Füße vor Nässe, außerdem vereinfachen Sie sich die weitere Pflege und Reinigung Ihrer Schuhe. Mit einer Textilbürste rücken Sie leichten Verschmutzungen zu Leibe, für stärke Fälle können Sie auf speziell für Textilschuhe entwickelte Schaumreinigungsmittel zurückgreifen. Unser Tipp: Ziehen Sie die Textilschuhe vor dem Trocknen auf einen Spanner, damit sie nicht aus der Form geraten. Für die Wintermonate eignen sich spezielle Tech-Materialien oder Nylon, denn diese brauchen bei Verunreinigungen nur feucht abgerieben zu werden.

✔ Tipp #10: Felle und Kombinationen

Gerade unter den Winterschuhen und -stiefeln finden sich unzählige Kombinationen aus Fellen als Schaft- oder Blattmaterial sowie anderen Materialien. Bürsten Sie dieses Schuhwerk möglichst gegen den Strich und reinigen Sie sie anschließend mit einem speziellen Variospray. Variosprays und -reiniger eignen sich prinzipiell sehr gut für die Reinigung und Imprägnierung von Schuhen, die aus unterschiedlichen Materialien mit unterschiedlichen Anforderungen bestehen.

✔ Tipp #11: Reinigung und Pflege „auf die Schnelle“

Auf der Reise, im Urlaub, beim Geschäftstermin muss es schon mal schnell gehen mit der Schuhpflege – auch dann brauchen Sie nicht zu verzweifeln: Mit den richtigen Pflegemitteln können Sie die Farben wieder auffrischen und Ihre Schuhe auch ohne zeitraubendes Nachpolieren zum Glänzen bringen. Schuhe aus einem robusten Leder können unter fließendem Wasser abgebürstet werden, wichtig ist nur, dass Sie ihnen ausreichend Zeit geben, um langsam zu trocknen. Anschließend bringen Sie nur noch etwas Pflegecreme oder Wachse zur Konservierung auf, lassen sie über Nacht ordentlich einwirken und polieren am Morgen kurz nach. Fertig!

✔ Tipp #12: Aufbewahrung

Im Winter verschwinden die Sommerschuhe – im Sommer machen die Winterschuhe ihren luftigeren Kollegen Platz. Für eine ordnungsgemäße Aufbewahrung sollten sie die Schuhe zuvor reinigen, pflegen und spannen, denn nur so bewahren sie ihre Geschmeidigkeit und Form. Sollte der Schrank nicht genügend Platz bieten, so können Sie die gespannten Schuhe natürlich auch in Kartons oder in einem Schuhsack aufbewahren. Wichtig ist nur, dass sie trocken und in atmungsaktiver Umhüllung gelagert bleiben!

➥ Mit den obigen Tipps und Tricks haben Sie nun einen ganzen Katalog an der Hand, mit dessen Hilfe Sie Ihre Schuhe haltbar, glänzend und leuchtend erhalten. Sollten Sie dennoch weitere Hilfe rund um die Schuhpflege benötigen, so steht Ihnen vor Ort natürlich gerne auch der Schumacher zur Seite. Diese handwerkliche Berufsgruppe kümmert sich nicht nur um die Reparatur defekter oder abgelaufener Schuhe, sie stellt oft auch hilfreiches Zubehör bereit, wie z. B. Einlegesohlen, Schnürsenkel, Pflege- und Reinigungsmittel.

10. Buchtipps

✎ Alles über Herrenschuhe; Helge Sternke; Nicolai, Berlin 2011; ISBN: 3-89479-252-3

✎ Das große Buch der Lederpflege: Schuhpflege – Bekleidung – Möbelpflege; Axel und Kim Himer; Heel, 2011; ISBN: 3-86852-458-4

✎ Das Schuhpflege-Buch; Nicola und Kim Himer; abcverlag, 2013; ISBN: 3-98163-020-3

✎ Der Schuhmacher. Ein Beruf im Wandel der Zeit; Paul Weber; AT, Aarau 1988; ISBN: 3-85502-316-6

✎ Füße gut, alles gut: Ganzheitlich gesund ohne Einlagen, Medikamente und OP; Carsten Stark; Südwest Verlag, 2014; ISBN: 3-51708-986-9

✎ Geschichte der Orthopädie im deutschen Sprachraum; August Rütt; Enke, Stuttgart 1993; ISBN: 3-432-25261-7

✎ Gesunde Füße für Ihr Kind: Die spielerische Fußgymnastik: 32 Übungen aus der Erfolgsmethode Spiraldynamik; Christian Larsen, Bea Miescher, Gabi Wickihalter; TRIAS, 2012; ISBN: 3830466757
✎ Gut zu Fuß ein Leben lang: Erfolgsmethode Spiraldynamik®- mit 50 wirkungsvollen Übungen; Dr. med. Christian Larsen; Goldmann Verlag, 2010; ISBN: 3442172179
✎ Schuhe: Eine Hommage an Sandalen, Slipper, Stöckelschuhe; Linda O’Keefe; h.f.ullmann Publishing, 2013; ISBN: 3-84800-605-7

✎ Schuh Guide für Männer; Bernhard Roetzel; h. f. ullman publishing, 2015; ISBN: 3848008114

✎ Schuhmacher, Schuhmacherin. Die staatliche Ausbildungsordnung; von den Berufs-Experten kommentiert; für Ausbilder, Auszubildende und Interessierte (= Erläuterungen und Praxishilfen zur Ausbildungsordnung); Bundesinstitut für Berufsbildung, Arne Schambeck; BW Bildung und Wissen Verlag und Software, Nürnberg 2005; ISBN: 3-8214-7161-1

✎ Schuhwerk: Geschichte, Techniken, Projekte; Josephine Barbe und Franz Kälin; Haupt, 2013; ISBN: 3-25860-057-0

✎ Starker Auftritt!: Experimentelles Schuh-Design (Kerber Culture); Sabine Epple; Kerber, 2013; ISBN: 3-86678-831-2

Quellen

✎ http://www.amazon.de
✎ http://www.amicella.de/lifestyle/job-karriere/traumjob-schuhdesigner/
✎ http://www.bild.de/10um10/2014/sneakers/hitliste-um-zehn-teuerste-sneaker-37504854.bild.html
✎ http://www.brigitte.de/mode/schuhe/
✎ http://www.grazia-magazin.de/hot-stories/omg-beyonce-besitzt-jetzt-die-teuersten-schuhe-der-welt-15573.html
✎ https://www.kiraka.de/spielen-und-hoeren/wissen/geschichte/beitrag/b/um-7000-vchr-die-erfindung-der-schuhe/
✎ http://www.netdoktor.de/Gesund-Leben/Sport+Fitness/Training/Sport-die-richtigen-Schuhe-9750.html
✎ http://www.rp-online.de/panorama/cindy-crawford-schuhmodel-in-new-york-bid-1.1961888
✎ http://www.schuhmacherhandwerk.de/docs/2010/Schuhpflege-Tipps.pdf
✎ http://www.schuhmacher-innung.de/Schuh-Anatomie.html
✎ https://de.wikipedia.org/wiki/Orthopädieschuhtechniker
✎ https://de.wikipedia.org/wiki/Schuhfertiger
✎ https://de.wikipedia.org/wiki/Schuhmacher
✎ https://superveganer.de/2014/09/05/vegane-schuhe/
✎ https://vebu.de/themen/lifestyle/vegane-mode